Philipp Jeningen

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[[Philipp]] Jeningen wurde gegen Ende des 30jährigen Krieges, als Sohn frommer, angesehener Eltern - der Vater war Bürgermeister - geboren. Er war durch große Frömmigkeit und Sittenreinheit ausgezeichnet. Er wurde Schüler des Jesuitenkollegs seiner Heimatstadt. Am 19. Januar 1663 trat er zu Landsberg am Lech in das [[Noviziat]] des [[Jesuiten]][[orden]]s ein. Seine [[theologisch]]en Studien machte er in Ingolstadt. Am 11. Juni 1672 empfing er die [[Priesterweihe]]. Nach der sogenannten dritten Probation in Altötting wirkte er als Lehrer an den Gymnasien in Mindelheim und Dillingen.<ref>[[Ferdinand Holböck]]: Hsgr. [[Arnold Guillet]], Große [[Herz-Jesu-Heilige|Herz-Jesu-Verehrer]] aus allen Jahrhunderten, [[Christiana Verlag]] Stein am Rhein Salzburg 1990, S. 231.</ref> Entgegen seinem Wunsch in die Heidenmission entsandt zu werden, kam er 1680 nach Ellwangen. Das von den Jesuiten Thomas Anreitter und Johann Hefelin gegründeten Marienheiligtum Schönenberg zu Ellwangen blühte hauptsächlich durch sein Wirken auf. Er durchwandert, ausgehend von Schöneberg, die umliegenden Bistümer Augsburg, Eichstätt, Würzburg und Konstanz mit heroischem Seeleneifer als Volksmissionar und gilt als Apostel des Riesgaus. Er war mystisch hochbegnadet. Sein Grab ist in Ellwangen an der Jagst in der Stiftskirche.<ref> [[Ferdinand Baumann]] in: [[Lexikon für Theologie und Kirche]], 2. Auflage 1960, Band 5, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 899-890; [[Wetzer- und Welte's Kirchenlexikon|Wetzer und Welte's Kirchenlexikon - Oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften]], in Fraktur abgedruckt, 2. Auflage, Band 6, 1889, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 1285-1287.</ref>
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[[Philipp]] Jeningen wurde gegen Ende des 30jährigen Krieges, als Sohn frommer, angesehener Eltern - der Vater war Bürgermeister - geboren. Er war durch große Frömmigkeit und Sittenreinheit ausgezeichnet. Er wurde Schüler des Jesuitenkollegs seiner Heimatstadt. Am 19. Januar 1663 trat er zu Landsberg am Lech in das [[Noviziat]] des [[Jesuiten]][[orden]]s ein. Seine [[theologisch]]en Studien machte er in Ingolstadt. Am 11. Juni 1672 empfing er die [[Priesterweihe]]. Nach der sogenannten dritten Probation in Altötting wirkte er als Lehrer an den Gymnasien in Mindelheim und Dillingen.<ref>[[Ferdinand Holböck]]: Hsgr. [[Arnold Guillet]], Große [[Herz-Jesu-Heilige|Herz-Jesu-Verehrer]] aus allen Jahrhunderten, [[Christiana Verlag]] Stein am Rhein Salzburg 1990, S. 231.</ref> Entgegen seinem Wunsch in die Heidenmission entsandt zu werden, kam er 1680 nach Ellwangen. Das von den Jesuiten Thomas Anreitter und Johann Hefelin gegründeten Marienheiligtum Schönenberg zu Ellwangen blühte hauptsächlich durch sein Wirken auf. Er durchwanderte, ausgehend von Schöneberg, die umliegenden Bistümer Augsburg, Eichstätt, Würzburg und Konstanz mit heroischem Seeleneifer als Volksmissionar und gilt als Apostel des Riesgaus. Er war [[mystisch]] hochbegnadet. Sein Grab ist in Ellwangen an der Jagst in der Stiftskirche.<ref> [[Ferdinand Baumann]] in: [[Lexikon für Theologie und Kirche]], 2. Auflage 1960, Band 5, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 899-890; [[Wetzer- und Welte's Kirchenlexikon|Wetzer und Welte's Kirchenlexikon - Oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften]], in Fraktur abgedruckt, 2. Auflage, Band 6, 1889, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 1285-1287.</ref>
  
 
Jeningens Eifer und Frömmigkeit, sein schlichter und bewegender Stil zogen viele Zuhörer an und brachte zahlreiche [[Bekehrung]]en und hunderte  [[Konversion]]en von Protestanten hervor, die in den Mutterschoß der Kirche zurückkehrten. Dass aber auch viele Verfolgungen, oft tätliche Misshandlungen dem apostolischen Mann nicht fehlten, war nicht anders zu erwarten. Das Annus dierum memorabilium Soc. Jesu vom 7. Februar 1738 gedenkt vieler wunderbarer Gegebenheiten aus seinem Leben. "Im Leben und nach dem Tode", heißt es da, "hat ihn [[Gott]] mit vielen [[Wunder]]gaben, mit der Gabe der [[Prophetie]], mit himmlischen [[Gesicht]]en und anderen ungewöhnlichen [[Gnade]]n verherrlicht."<ref> Johannes Wrba in: [[Lexikon für Theologie und Kirche]], 3. Auflage, Band 5, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 768; [[Wetzer- und Welte's Kirchenlexikon|Wetzer und Welte's Kirchenlexikon - Oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften]], in Fraktur abgedruckt, 2. Auflage, Band 6, 1889, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 1285-1287.</ref>
 
Jeningens Eifer und Frömmigkeit, sein schlichter und bewegender Stil zogen viele Zuhörer an und brachte zahlreiche [[Bekehrung]]en und hunderte  [[Konversion]]en von Protestanten hervor, die in den Mutterschoß der Kirche zurückkehrten. Dass aber auch viele Verfolgungen, oft tätliche Misshandlungen dem apostolischen Mann nicht fehlten, war nicht anders zu erwarten. Das Annus dierum memorabilium Soc. Jesu vom 7. Februar 1738 gedenkt vieler wunderbarer Gegebenheiten aus seinem Leben. "Im Leben und nach dem Tode", heißt es da, "hat ihn [[Gott]] mit vielen [[Wunder]]gaben, mit der Gabe der [[Prophetie]], mit himmlischen [[Gesicht]]en und anderen ungewöhnlichen [[Gnade]]n verherrlicht."<ref> Johannes Wrba in: [[Lexikon für Theologie und Kirche]], 3. Auflage, Band 5, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 768; [[Wetzer- und Welte's Kirchenlexikon|Wetzer und Welte's Kirchenlexikon - Oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften]], in Fraktur abgedruckt, 2. Auflage, Band 6, 1889, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 1285-1287.</ref>

Version vom 10. September 2021, 19:17 Uhr

Philipp Jeningen SJ (* 5. Januar 1642 in Eichstätt, Deutschland; † 8. Februar 1704 in Ellwangen an der Jagst) war Jesuit, Volksmissionar, gesuchter Seelenführer, Mystiker und Stigmatisierter der Neuzeit. Er war ein Herold der Herz-Jesu-Andacht und ist Apostel des Rieses. Liturgisch wird ihm am 8. Februar gedacht.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Philipp Jeningen wurde gegen Ende des 30jährigen Krieges, als Sohn frommer, angesehener Eltern - der Vater war Bürgermeister - geboren. Er war durch große Frömmigkeit und Sittenreinheit ausgezeichnet. Er wurde Schüler des Jesuitenkollegs seiner Heimatstadt. Am 19. Januar 1663 trat er zu Landsberg am Lech in das Noviziat des Jesuitenordens ein. Seine theologischen Studien machte er in Ingolstadt. Am 11. Juni 1672 empfing er die Priesterweihe. Nach der sogenannten dritten Probation in Altötting wirkte er als Lehrer an den Gymnasien in Mindelheim und Dillingen.[1] Entgegen seinem Wunsch in die Heidenmission entsandt zu werden, kam er 1680 nach Ellwangen. Das von den Jesuiten Thomas Anreitter und Johann Hefelin gegründeten Marienheiligtum Schönenberg zu Ellwangen blühte hauptsächlich durch sein Wirken auf. Er durchwanderte, ausgehend von Schöneberg, die umliegenden Bistümer Augsburg, Eichstätt, Würzburg und Konstanz mit heroischem Seeleneifer als Volksmissionar und gilt als Apostel des Riesgaus. Er war mystisch hochbegnadet. Sein Grab ist in Ellwangen an der Jagst in der Stiftskirche.[2]

Jeningens Eifer und Frömmigkeit, sein schlichter und bewegender Stil zogen viele Zuhörer an und brachte zahlreiche Bekehrungen und hunderte Konversionen von Protestanten hervor, die in den Mutterschoß der Kirche zurückkehrten. Dass aber auch viele Verfolgungen, oft tätliche Misshandlungen dem apostolischen Mann nicht fehlten, war nicht anders zu erwarten. Das Annus dierum memorabilium Soc. Jesu vom 7. Februar 1738 gedenkt vieler wunderbarer Gegebenheiten aus seinem Leben. "Im Leben und nach dem Tode", heißt es da, "hat ihn Gott mit vielen Wundergaben, mit der Gabe der Prophetie, mit himmlischen Gesichten und anderen ungewöhnlichen Gnaden verherrlicht."[3]

Marienliebe und Herz-Jesu-Verehrung

Immer war Jeningen getrieben von einem grenzenlosen Vertrauen in das unbefleckte Herz Mariä und in das göttliche Herz Jesu. In einem Brief an den Domdechanten Ignaz Peutinger in Ellwangen schrieb es P. Philip als «unmittelbar wahrnehmbare Tatsache, dass wir im heiligen Meßopfer das Herz Jesu besitzen; in diesem Herzen ist alles eingeschlossen.» Erhebend ist, wie er aus den Tiefen seiner echten Marienliebe und in seiner innigen Hingabe an das göttliche Herz Schritt für Schritt den Zugang zu den ausgezeichneten Gnaden errang, um wiederum in unentwegter Missionstätigkeit die Reichtümer des Herzens Jesu in die Seele des deutschen Volkes hinein zu senken. Immer tiefer wurde seine innere Vereinigung mit Christus, die sich auch bei ihm zu den Gnadenstufen der mystischen Verlobung und Vermählung steigerte. Schließlich hielt ihn der Herr für würdig, in besonderer Weise an den Gnaden seines Kreuzestodes und seiner heiligen Wunden teilzunehmen. Er erhielt am 2. August 1696 durch die Hände der Gottesmutter, deren begeisterter Verehrer er war, geistigerweise die inneren Stigmen der Kreuzigung Christi, die fortan seine Liebe zu Christus auf das stärkste entflammten und seine Hingabe an Gott zu einer wahrhaft heroischen machten.[4]

Seligsprechungsprozess

Der Seligsprechungsprozess für Philipp Jeningen war 1912[5] im Bistum Rottenburg eingeleitet und 1945 in Rom fortgeführt.[6]

1989 wurde der „heroische Tugendgrad“ festgestellt, so dass Jeningen seither „ehrwürdiger Diener Gottes“ genannt werden darf. Am 7. November 2011 wurde von Bischof Gebhard Fürst das Kirchengericht berufen, welches die Anerkennung der unerklärlichen Heilung eines Mannes auf Fürsprache Pater Philipps prüfen soll. Papst Franziskus erkannte am 19. Juni 2021 ein seiner Fürsprache zugeschriebenes Wunder als letzte Vorstufe zur Seligsprechung an.[7]

Literatur

  • Ferdinand Baumann: Ein Apostel der Liebe, Der ehrwürdige Pater Philipp von Jeningen, Schwabenverlag Ellwangen/Jagst 1931 (93 Seiten).
  • Johannes Maria Höcht, Träger der Wundmale Christi, Eine Geschichte der Stigmatisierten, Hsgr. und ergänzt von Arnold Guillet Christiana Verlag 2004, S. 250-254 (6. Auflage; 624 Seiten; Imprimatur Solothurn, den 21. April 2004 P. Dr. Roland-B. Trauffer OP, Generalvikar; ISBN 3-7171-0596-5).
  • Ferdinand Holböck: Hsgr. Arnold Guillet, Große Herz-Jesu-Verehrer aus allen Jahrhunderten, Christiana Verlag Stein am Rhein Salzburg 1990, S. 230-232 (1. Auflage; Kirchliche Druckerlaubnis Ordinariat Salzburg am 3. November 1988 (Zl. 967/88).
  • Anton Hoess: P. Philipp Jeningen S. J., ein Volksmissionär und Mystiker des 17. Jahrhunderts Mit e. Geleitw. von Paul Wilhelm von Keppler, Herder Verlag Freiburg 1924 (363 S).
  • Anton Hoess: Neue Tage der Andacht mit P. Philipp Jeningen S. J. einem Apostel des heiligsten Herzens Jesu u. der allerseligsten Jungfrau Maria, Salesianer Verlag München 1926 (45 Seiten).
  • Lothar König: Neuntägige Andacht zum ehrwürdigen P. Philipp Jeningen S. J., Laumann Verlag Dülmen 1936 (24 Seiten).
  • Otto Häfner: Der gute Pater Philipp : Ein Lebensbild d. Dieners Gottes Pater Philip Jeningen S. J. / Schwabenverlag Ellwangen (Jagst) 1933 (64 Seiten).
  • Cäcilie Allmendiger: Der Marienparter : Ein Roman um Philipp Jeningen, Butzon & Bercker Verlag Kevelaer 1934 (199 Seiten).
  • Lothar König: P. Philipp Jeningen S. J., ein deutscher Volksmann und Priester : Lebensbild mit Novene, Laumann Verlag Dülmen 1936 (71 Seiten).
  • Pater Philipp Jeningen hilft! : Tatsachen und Berichte, Ges. u. hrsg. vom Jeningenbund, Schwabenverlag Ellwangen (Jagst) um 1939 (64 Seiten).
  • Philipp Jeningen S.J. : 1642 - 1704 / [Text: Felix v. Löwenstein. Hrsg.: Pfarramt St. Vitus], Pfarramt St. Vitus Ellwangen 1983 (22 Seiten).
  • Patriz Hauser: Philipp Jeningen : ein Jesuit, wie er im Buche steht, Schwabenverlag Ostfildern 1995 (74 Seiten).
  • Julius Oswald (hrsg): Auch auf Erd ist Gott mein Himmel" : Pater Philipp Jeningen SJ - Missionar und Mystiker ; Leben und Briefe / zum 300. Todestag, Schwabenverlag Ostfildern 2004 (110 Seiten, ISBN 978-3-7966-1158-2 kart.).

Weblinks

Anmerkungen

  1. Ferdinand Holböck: Hsgr. Arnold Guillet, Große Herz-Jesu-Verehrer aus allen Jahrhunderten, Christiana Verlag Stein am Rhein Salzburg 1990, S. 231.
  2. Ferdinand Baumann in: Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Auflage 1960, Band 5, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 899-890; Wetzer und Welte's Kirchenlexikon - Oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften, in Fraktur abgedruckt, 2. Auflage, Band 6, 1889, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 1285-1287.
  3. Johannes Wrba in: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Auflage, Band 5, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 768; Wetzer und Welte's Kirchenlexikon - Oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften, in Fraktur abgedruckt, 2. Auflage, Band 6, 1889, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 1285-1287.
  4. Johannes Maria Höcht, Träger der Wundmale Christi, Eine Geschichte der Stigmatisierten, Hsgr. und ergänzt von Arnold Guillet Christiana Verlag 2004, S. 250.
  5. Johannes Mundwieler in: Michael Buchberger (Hsgr.): Kirchliches Handlexikon, Herdersche Verlagsbuchhandlung Berlin u.a.; Band II: 1912, Artikel: Teningen, Philipp, Sp. 40 (mit Imprimatur, in Fraktur abgedruckt).
  6. Ferdinand Baumann in: Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Auflage, Band 5, Artikel: Jeningen, Philipp, Sp. 899-890.
  7. Promulgazione di Decreti della Congregazione delle Cause dei Santi Presseamt des Heiligen Stuhls, Tägliches Bulletin vom 19. Juni 2021
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