Sünde

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(Zitat aus laetare)
(Die Sünde im wahren und eigentlichen Sinne ist immer ein Akt der Person)
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Die '''Sünde''' ist ein Verstoß gegen die wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten.
 
Die '''Sünde''' ist ein Verstoß gegen die wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten.
  
Die Sünde weist die [[Gnade]] Gottes zurück. Sie ist eine [[Verfehlung]] gegen die Vernunft, die Wahrheit und das rechten [[Gewissen]]. [[Augustinuns]] definiert die Sünde als „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum ewigen Gesetz“. Ursache der Sünde ist die ungeordnete Anhänglichkeit an gewisse Güter. (vgl. [[KKK]] 1849)
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Die Sünde weist die [[Gnade]] Gottes zurück. Sie ist eine [[Verfehlung]] gegen die Vernunft, die Wahrheit und das rechte [[Gewissen]]. [[Aurelius Augustinus|Augustinus]] definiert die Sünde als „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum [[Ewiges Gesetz|ewigen Gesetz]]“. Ursache der Sünde ist die ungeordnete Anhänglichkeit an gewisse Güter. (vgl. [[KKK]] 1849). Je mehr sie den Menschen  beherrscht, desto mehr entzieht sie ihm die Macht der Unterscheidungsfähigkeit von Gut und Böse.
  
Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes: „Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt“ (Ps 51,6). Die Sünde lehnt sich gegen die Liebe Gottes zu uns auf und wendet unsere Herzen von ihm ab. (vgl. KKK 1850) Die Sünde zerstört die von Gott gewollte vertrauensvolle Beziehung des Menschen zu Gott.
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Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes: „Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt“ (Ps 51,6). Die Sünde lehnt sich gegen die Liebe Gottes zu uns auf und wendet unsere Herzen von ihm ab. (vgl. KKK 1850) Die Sünde zerstört die von Gott gewollte vertrauensvolle Beziehung des Menschen zu Gott. Gott liebt den Sünder, aber nicht die Sünde.
  
 
Die Sünde verletzt die Natur des Menschen und die menschliche Solidarität. Sünde, auch Sünden gegen die Mitmenschen, ist immer eine Verfehlung gegen Gott - das Sündig-werden an Mitmenschen als Gottes Geschöpfe ist implizit auch gegen deren Schöpfer gerichtet.
 
Die Sünde verletzt die Natur des Menschen und die menschliche Solidarität. Sünde, auch Sünden gegen die Mitmenschen, ist immer eine Verfehlung gegen Gott - das Sündig-werden an Mitmenschen als Gottes Geschöpfe ist implizit auch gegen deren Schöpfer gerichtet.
  
Wie die Ursünde ist jede Sünde ein Ungehorsam, eine Auflehnung gegen Gott durch den Willen, „wie Gott“ zu werden und dadurch Gut und Böse zu erkennen und zu bestimmen (Gen 3,5). Die Sünde ist somit „die bis zur Verachtung Gottes gesteigerte Selbstliebe“. Die Sünde ist wegen dieser stolzen Überheblichkeit dem Gehorsam Jesu [Vgl. Phil 2,6–9], der das Heil wirkt, völlig entgegengesetzt. (vgl. KKK 1850)
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Wie die Ursünde ist jede Sünde ein Ungehorsam, eine Auflehnung gegen Gott durch den Willen, „wie Gott“ zu werden und dadurch Gut und Böse zu erkennen und zu bestimmen (Gen 3,5). Die Sünde ist somit „die bis zur Verachtung Gottes gesteigerte Selbstliebe“. Die Sünde ist wegen dieser stolzen Überheblichkeit dem Gehorsam Jesu [Vgl. Phil 2,6–9], der das Heil wirkt, völlig entgegengesetzt. (vgl. [[KKK]] 1850)
  
 
Im neutestamentlichen Verständnis ist kein Mensch von Natur aus frei von Sünde: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1 Joh 1, 8). Sünden haben die Tendenz, weitere Sünden nach sich zu ziehen. Der Mensch hat keine Chance, im Alleingang frei von Sünde zu werden.
 
Im neutestamentlichen Verständnis ist kein Mensch von Natur aus frei von Sünde: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1 Joh 1, 8). Sünden haben die Tendenz, weitere Sünden nach sich zu ziehen. Der Mensch hat keine Chance, im Alleingang frei von Sünde zu werden.
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Die Sünde im wahren und eigentlichen Sinne ist immer ein Akt der [[Person]], weil sie ein Akt der [[Freiheit]] des einzelnen [[Mensch]]en ist, nicht eigentlich einer Gruppe oder einer Gemeinschaft (="Soziale Sünde").<ref>[[Reconciliatio et paenitentia (Wortlaut)#Personale Sünde - soziale Sünde|Nr. 16]].</ref>
  
 
== Arten der Sünde ==
 
== Arten der Sünde ==
Nicht alle Sünden sind gleich: Totschlag und Diebstahl sind sichtbare Handlungen, Neid und Habgier finden in Gedanken statt, sind aber ebenso sündhaft. Unterlassungssünden (Jak 4,17) sind ebenfalls nicht offensichtlich, aber dennoch Sünden.
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Sünden werden vor allem '''nach der Schwere unterschieden''': <br>
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* [[Todsünde]] (schwere Sünde)
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* [[Lässliche Sünde]]
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Es gibt Sünden, die zum [[Tod]] führen ([[Todsünde]]) und Sünden nicht zum Tod führen {{B|1 Joh|5|16-17}}: "Wer sieht, dass sein Bruder eine [[Sünde]] begeht, die nicht zum Tod führt, soll (für ihn) bitten; und Gott wird ihm Leben geben. Denn es gibt Sünde, die zum Tod führt. Von ihr spreche ich nicht, wenn ich sage, dass er bitten soll. Jedes Unrecht ist Sünde; aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt".
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Nicht alle Sünden sind gleich: Totschlag und [[Diebstahl]] sind sichtbare Handlungen, Neid und Habgier finden in Gedanken statt, sind aber ebenso sündhaft. Unterlassungssünden (Jak 4,17) sind ebenfalls nicht offensichtlich, aber dennoch Sünden.
  
 
Objektiv betrachtet können Sünden, auch Todsünden, mehr oder weniger schwer sein: Ein Mord wiegt schwerer als ein Diebstahl. Auch die Eigenschaft der Person, gegen die man sich verfehlt, ist zu berücksichtigen: eine Gewalttat gegen die Eltern wiegt schwerer als eine Gewalttat gegen einen Fremden. (KKK 1858)
 
Objektiv betrachtet können Sünden, auch Todsünden, mehr oder weniger schwer sein: Ein Mord wiegt schwerer als ein Diebstahl. Auch die Eigenschaft der Person, gegen die man sich verfehlt, ist zu berücksichtigen: eine Gewalttat gegen die Eltern wiegt schwerer als eine Gewalttat gegen einen Fremden. (KKK 1858)
  
Auch die subjektive Seite hat einfluss auf die Schwere der Schuld des Sünders: Sünden, die jemand mit großer Erkenntnis verübt, wiegen schwerer als Sünden, die jemand mit wenig Erkenntnis verübt (Lk 12,47-48). '''Unverschuldete''' Unkenntnis kann die Verantwortung für ein schwerwiegendes Vergehen vermindern, wenn nicht gar aufheben. Auch Triebimpulse, Leidenschaften sowie von außen ausgeübter Druck oder krankhafte Störungen können die Freiwilligkeit und damit die Schuld mindern. Die Sünde aus Bosheit, aus überlegter Entscheidung für das Böse wiegt am schwersten. (vgl. KKK 1860)
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Auch die subjektive Seite hat Einfluss auf die Schwere der Schuld des Sünders: Sünden, die jemand mit großer Erkenntnis verübt, wiegen schwerer als Sünden, die jemand mit wenig Erkenntnis verübt (Lk 12,47-48). '''Unverschuldete''' Unkenntnis kann die Verantwortung für ein schwerwiegendes Vergehen vermindern, wenn nicht gar aufheben. Auch Triebimpulse, Leidenschaften sowie von außen ausgeübter Druck oder krankhafte Störungen können die Freiwilligkeit und damit die Schuld mindern. Die Sünde aus Bosheit, aus überlegter Entscheidung für das Böse wiegt am schwersten. (vgl. KKK 1860)
  
Sünden werden vor allem '''nach der Schwere unterschieden''': <br>
 
* [[Todsünde]] (schwere Sünde)
 
* [[lässliche Sünde]]
 
 
Weitere Gesichtspunkte der Unterscheidung von Sünden:
 
Weitere Gesichtspunkte der Unterscheidung von Sünden:
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* '''In sich schlechte Handlungen:''' Sie sind immer und an und für sich schon schlecht, d.h. allein schon aufgrund ihres Objektes, ''unabhängig von den weiteren Absichten des Handelnden und den Umständen'' (z.B. [[Mord]], [[Abtreibung]], [[Euthanasie]], freiwilliger [[Selbstmord]], Folter, Verschleppung, [[Sklaverei]], [[Prostitution]], Menschenhandel, [[Ehebruch]], [[Unzucht]], ausgelebte [[Homosexualität]]).<ref>[[Enzyklika]] [[Veritatis splendor]], über einige grundlegende Fragen der kirchlichen [[Moral]]lehre vom [[6. August]] [[1993]], [[Veritatis splendor (Wortlaut)#Das "in sich Schlechte": Man darf nicht Böses tun, damit Gutes entsteht (vgl. Röm 3, 8)|Nr. 79-83]].</ref>
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* [[Hauptsünde]]
 
* [[Hauptsünde]]
 
* [[Sünde gegen den Heiligen Geist]]
 
* [[Sünde gegen den Heiligen Geist]]
* [[himmelschreiende Sünde]]  
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* [[himmelschreiende Sünde]]
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* "[[Fremde Sünden]]"
  
 
==In der Bibel genannte Sünden==
 
==In der Bibel genannte Sünden==
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'''[[Datei:Jesus klopft an.png|miniatur|Ich stehe an der Tür und klopfe an ({{B|Offb|3|20}}) ]]'''
 
Die Schrift enthält mehrere Sündenregister, z.B. im Brief des Apostel Paulus an die Galater:
 
Die Schrift enthält mehrere Sündenregister, z.B. im Brief des Apostel Paulus an die Galater:
"''Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: [[Unkeuschheit|Unzucht]], Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, [[Götzendienst]], [[Zauberei]], [[Feindschaft]]en, Streit, [[Eifersucht]], [[Jähzorn]], Eigennutz, [[Spaltungen]], Parteiungen, [[Neid]] und Mißgunst, [[Unmäßigkeit|Trink und Essgelage]] und ähnliches mehr...''" (Gal 5, 19-21)
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"''Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: [[Unzucht]], Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, [[Götzendienst]], [[Zauberei]], [[Feindschaft]]en, Streit, [[Eifersucht]], [[Jähzorn]], Eigennutz, [[Spaltungen]], Parteiungen, [[Neid]] und Mißgunst, [[Unmäßigkeit|Trink und Essgelage]] und ähnliches mehr...''" (Gal 5, 19-21)
  
 
Ähnliche Sündenlisten finden sich im Neuen Testaments in der Apostelgeschichte, in den Briefen von Paulus, sowie in der Offenbarung.
 
Ähnliche Sündenlisten finden sich im Neuen Testaments in der Apostelgeschichte, in den Briefen von Paulus, sowie in der Offenbarung.
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Paulus schreibt im Römerbrief, dass die Gebote Gottes (das Gesetz) die Sünde und die Sünden erkennbar machen: ohne die Gebote hätten die Menschen keinen Maßstab, um ihre Sünde zu erkennen (Röm 7,7-13). Das wird heute noch zum Beispiel im Beichtspiegel angewendet, wo man als Vorbereitung auf die Beichte eine Liste der zehn Gebote mit möglichen Verstößen dagegen hat.
 
Paulus schreibt im Römerbrief, dass die Gebote Gottes (das Gesetz) die Sünde und die Sünden erkennbar machen: ohne die Gebote hätten die Menschen keinen Maßstab, um ihre Sünde zu erkennen (Röm 7,7-13). Das wird heute noch zum Beispiel im Beichtspiegel angewendet, wo man als Vorbereitung auf die Beichte eine Liste der zehn Gebote mit möglichen Verstößen dagegen hat.
  
==Zitate==
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Die [[Heilige Schrift]] enthüllt auch die Sünde, die im Herzen des Menschen wohnt. Sehr häufig finden wir sowohl im Alten als auch im Neuen Testament die Beschreibung der Sünde als ein Nichthören auf das Wort, als Bundesbruch und damit als Verschlossenheit gegenüber [[Gott]], der zur Gemeinschaft mit sich ruft. Die Heilige Schrift zeigt uns, dass die Sünde des Menschen im wesentlichen Ungehorsam und »Nichthören« ist. Gerade der radikale Gehorsam Christi bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,8) entlarvt diese Sünde bis auf den Grund. Es ist wichtig, dass die Gläubigen dazu erzogen werden, die Wurzel der Sünde im Nichthören auf das Wort des Herrn zu erkennen und in Jesus, dem [[Wort Gottes]], die Vergebung anzunehmen, die uns für das Heil öffnet.<ref> [[Benedikt XVI.]]: [[Nachsynodales Apostolisches Schreiben]] [[Verbum Domini]] über das [[Wort Gottes]] im Leben und in der Sendung der [[Kirche]] vom 30. September 2010, [[Verbum Domini (Wortlaut)#Die Sünde als Nichthören auf das Wort Gottes|Nr. 26]].</ref>
*"Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind." - ''aus dem Tagesevangelium von [[Laetare]]''
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== Vergebung der Sünden ==
  
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Da Gott nicht will, dass wir Menschen in der Sünde bleiben und verloren gehen, hat er in der Kirche [[Sakrament]]e zur Vergebung der Sünde eingesetzt. In den Sakramenten vergiebt Gott selbst die Sünden. Der Priester ist nur der Mittler. Todsünden benötigen eine sakramentale Vergebung ([[Taufe]], [[Beichte]], unter bestimmten Bedingungen: [[Krankensalbung]]), lässliche Sünden können auch durch gute Werke, durch ein Reuegebet, durch einen Akt der [[Sühne]] oder durch den Empfang jedes anderen Sakraments vergeben werden.
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Voraussetzung für die Vergebung ist die [[Reue]] des Sünders und damit die Umkehr von seinem bisherigen Tun.
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Durch das Fasten des Leibes hält Gott die Sünde nieder, erhebt den Geist des Menschen, gibt die Kraft und den [[Sieg]] über die Sünde.<ref>Präfation für die [[Fastenzeit]]: "Durch das Fasten des Leibes hältst du die Sünde nieder, erhebst du den Geist, gibst uns die Kraft und den [[Sieg]] durch unseren Herrn [[Jesus Christus]]."  [[Benediktiner]] der [[Erzabtei Beuron]] (Hrsg.): ''[[Schott-Messbuch]]. Originaltexte der [[Editio typica|authentischen deutschen Ausgabe]] des Meßbuchs und des Meßlektionars.''  Verlag [[Herder Verlag|Herder]], Freiburg (ordentliche Form des Römischen Ritus):  Schott-Messbuch für die Wochentage Teil 1: Advent bis 13. Woche im Jahreskreis 2003, S. 1356.</ref> Die [[Fastenzeit]] eignet sich hervorragend zur [[Gewissenserforschung]].
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==Päpstliche Schreiben==
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'''[[Johannes Paul II.]]'''
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* [[2. Dezember]] [[1984]] [[Apostolisches Schreiben|Nachsynodalen Apostolischen Schreibens]] ''[[Reconciliatio et paenitentia]]'' über [[Versöhnung]] und [[Buße]] in der [[Sendung]] der [[Kirche]] heute, [[Reconciliatio et paenitentia]] [[Reconciliatio et paenitentia (Wortlaut)#ERSTES KAPITEL: DAS GEHEIMNIS DER SÜNDE|Nr. 14]].
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* 2004 [[Kompendium der Soziallehre der Kirche]], Das Drama der Sünde: [[Kompendium der Soziallehre der Kirche 2004#b) Das Drama der Sünde|Nr. 115-119]].
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==Literatur==
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* [[Thomas von Aquin]]: ''[[Summa theologica]]. Die deutsche Thomas-Ausgabe'', [[lateinisch]]-[[deutsch]], herausgegeben von der Dominikanerprovinz Teutonia Köln, St I-II 71 - 89, Band 12: Die Sünde, Kommentiert von [[Otto Hermann Pesch]], Styria Verlag in der Styria Pichler Verlag GmbH & Co KG Wien 2004 (1211 Seiten; mit [[Imprimatur]] für den lateinischen Text; ISBN 3-222-12801-4).
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* [[Georg May]]: ''Über die Sünde''. Schmid Verlag Durach 1998 (62 Seiten; ISBN 3-932352-08-4).
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* [[Osanna Rickmann]]: ''
Sünde, [[Vergebung]] und [[Heilung]]. [[
Thomas von Aquin]] und [[Psychotherapie]]''. [[Dominus Verlag]] 
Augsburg 2011 (192 Seiten; Paperback. 
ISBN 978-3-940879-17-2).
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* [[Anton Ziegenaus]] (Hrsg.): ''Der Mensch zwischen Sünde und [[Gnade]]'' (Berichtband der 8. [[Theologische Sommerakademie Augsburg|Theologischen Sommerakademie Augsburg]] 2000). [[Stella Maris Verlag]] 2000 (260 Seiten; ISBN 3-934225-08-X).
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* Keneth McAlll: ''Familienschuld und Heilung'', Vorwort von Otto Knoch ([[Erbsünde]], Sündenverflochtenheit) [[Otto Müller Verlag]] 1992 (132 Seiten; ISBN 9783701307050).
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* [[Helmut Renner]]: ''Vergebung – ein Arzneimittel ohne Risiken und ohne Nebenwirkungen'', Mit einem Geleitwort von Kurt Kardinal Koch, [[Danielis Verlag]] Jestetten 2017 (Hardcover, 144 Seiten; ISBN 978-3-936004-13-7).
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
 
* [http://www.horeb.org/xyz/podcast/credo//2009-02-26_cr.mp3 Todsünde und lässliche Sünde, Radio Horeb]
 
* [http://www.horeb.org/xyz/podcast/credo//2009-02-26_cr.mp3 Todsünde und lässliche Sünde, Radio Horeb]
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*[https://radiomaria.bz.it/01_audiodaten/radioakademie_im_glaubensforum/moraltheologie/RA_170327_Kampowski_Prof_Dr_Stephan-Moraltheologie-Was_wir_wirklich_wollen-Teil_13.mp3 Fundamentaloption und Sünde] von [[Stephan Kampowski]] bei [[Radio Maria Südtirol]] (ca. 2016/2017)
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* [http://www.kath-info.de/fremde.html Fremde Sünden] von Prof. Dr. [[Georg May]]
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== Anmerkungen ==
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<references />
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[[Kategorie:Beichte]]
 
[[Kategorie:Beichte]]

Version vom 24. Februar 2020, 15:56 Uhr

Weinende Marienikone,Blanco, Texas (USA)

Die Sünde ist ein Verstoß gegen die wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten.

Die Sünde weist die Gnade Gottes zurück. Sie ist eine Verfehlung gegen die Vernunft, die Wahrheit und das rechte Gewissen. Augustinus definiert die Sünde als „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum ewigen Gesetz“. Ursache der Sünde ist die ungeordnete Anhänglichkeit an gewisse Güter. (vgl. KKK 1849). Je mehr sie den Menschen beherrscht, desto mehr entzieht sie ihm die Macht der Unterscheidungsfähigkeit von Gut und Böse.

Die Sünde ist eine Beleidigung Gottes: „Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt“ (Ps 51,6). Die Sünde lehnt sich gegen die Liebe Gottes zu uns auf und wendet unsere Herzen von ihm ab. (vgl. KKK 1850) Die Sünde zerstört die von Gott gewollte vertrauensvolle Beziehung des Menschen zu Gott. Gott liebt den Sünder, aber nicht die Sünde.

Die Sünde verletzt die Natur des Menschen und die menschliche Solidarität. Sünde, auch Sünden gegen die Mitmenschen, ist immer eine Verfehlung gegen Gott - das Sündig-werden an Mitmenschen als Gottes Geschöpfe ist implizit auch gegen deren Schöpfer gerichtet.

Wie die Ursünde ist jede Sünde ein Ungehorsam, eine Auflehnung gegen Gott durch den Willen, „wie Gott“ zu werden und dadurch Gut und Böse zu erkennen und zu bestimmen (Gen 3,5). Die Sünde ist somit „die bis zur Verachtung Gottes gesteigerte Selbstliebe“. Die Sünde ist wegen dieser stolzen Überheblichkeit dem Gehorsam Jesu [Vgl. Phil 2,6–9], der das Heil wirkt, völlig entgegengesetzt. (vgl. KKK 1850)

Im neutestamentlichen Verständnis ist kein Mensch von Natur aus frei von Sünde: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ (1 Joh 1, 8). Sünden haben die Tendenz, weitere Sünden nach sich zu ziehen. Der Mensch hat keine Chance, im Alleingang frei von Sünde zu werden.

Die Sünde im wahren und eigentlichen Sinne ist immer ein Akt der Person, weil sie ein Akt der Freiheit des einzelnen Menschen ist, nicht eigentlich einer Gruppe oder einer Gemeinschaft (="Soziale Sünde").[1]

Inhaltsverzeichnis

Arten der Sünde

Gnade-Sünde.jpg

Sünden werden vor allem nach der Schwere unterschieden:

Es gibt Sünden, die zum Tod führen (Todsünde) und Sünden nicht zum Tod führen 1 Joh 5,16-17 EU: "Wer sieht, dass sein Bruder eine Sünde begeht, die nicht zum Tod führt, soll (für ihn) bitten; und Gott wird ihm Leben geben. Denn es gibt Sünde, die zum Tod führt. Von ihr spreche ich nicht, wenn ich sage, dass er bitten soll. Jedes Unrecht ist Sünde; aber es gibt Sünde, die nicht zum Tod führt".

Nicht alle Sünden sind gleich: Totschlag und Diebstahl sind sichtbare Handlungen, Neid und Habgier finden in Gedanken statt, sind aber ebenso sündhaft. Unterlassungssünden (Jak 4,17) sind ebenfalls nicht offensichtlich, aber dennoch Sünden.

Objektiv betrachtet können Sünden, auch Todsünden, mehr oder weniger schwer sein: Ein Mord wiegt schwerer als ein Diebstahl. Auch die Eigenschaft der Person, gegen die man sich verfehlt, ist zu berücksichtigen: eine Gewalttat gegen die Eltern wiegt schwerer als eine Gewalttat gegen einen Fremden. (KKK 1858)

Auch die subjektive Seite hat Einfluss auf die Schwere der Schuld des Sünders: Sünden, die jemand mit großer Erkenntnis verübt, wiegen schwerer als Sünden, die jemand mit wenig Erkenntnis verübt (Lk 12,47-48). Unverschuldete Unkenntnis kann die Verantwortung für ein schwerwiegendes Vergehen vermindern, wenn nicht gar aufheben. Auch Triebimpulse, Leidenschaften sowie von außen ausgeübter Druck oder krankhafte Störungen können die Freiwilligkeit und damit die Schuld mindern. Die Sünde aus Bosheit, aus überlegter Entscheidung für das Böse wiegt am schwersten. (vgl. KKK 1860)

Weitere Gesichtspunkte der Unterscheidung von Sünden:

In der Bibel genannte Sünden

Ich stehe an der Tür und klopfe an (Offb 3,20 EU)

Die Schrift enthält mehrere Sündenregister, z.B. im Brief des Apostel Paulus an die Galater: "Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Mißgunst, Trink und Essgelage und ähnliches mehr..." (Gal 5, 19-21)

Ähnliche Sündenlisten finden sich im Neuen Testaments in der Apostelgeschichte, in den Briefen von Paulus, sowie in der Offenbarung.

Weitere konkrete Sünden, die in der Heiligen Schrift gefunden werden können: Entweihung des Tempels (Mk 11,15-18), Heuchelei (Mt 23,1-36), Habsucht (Lk 12,15), Gotteslästerung (Mt 12,22-37), Prahlerei, (Mt 6,1-18; Ester 8,12d; Weisheit 5,8; Phil 2,3), Ehebruch (Mt 5,27-32).

Paulus schreibt im Römerbrief, dass die Gebote Gottes (das Gesetz) die Sünde und die Sünden erkennbar machen: ohne die Gebote hätten die Menschen keinen Maßstab, um ihre Sünde zu erkennen (Röm 7,7-13). Das wird heute noch zum Beispiel im Beichtspiegel angewendet, wo man als Vorbereitung auf die Beichte eine Liste der zehn Gebote mit möglichen Verstößen dagegen hat.

Die Heilige Schrift enthüllt auch die Sünde, die im Herzen des Menschen wohnt. Sehr häufig finden wir sowohl im Alten als auch im Neuen Testament die Beschreibung der Sünde als ein Nichthören auf das Wort, als Bundesbruch und damit als Verschlossenheit gegenüber Gott, der zur Gemeinschaft mit sich ruft. Die Heilige Schrift zeigt uns, dass die Sünde des Menschen im wesentlichen Ungehorsam und »Nichthören« ist. Gerade der radikale Gehorsam Christi bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,8) entlarvt diese Sünde bis auf den Grund. Es ist wichtig, dass die Gläubigen dazu erzogen werden, die Wurzel der Sünde im Nichthören auf das Wort des Herrn zu erkennen und in Jesus, dem Wort Gottes, die Vergebung anzunehmen, die uns für das Heil öffnet.[3]

Vergebung der Sünden

Da Gott nicht will, dass wir Menschen in der Sünde bleiben und verloren gehen, hat er in der Kirche Sakramente zur Vergebung der Sünde eingesetzt. In den Sakramenten vergiebt Gott selbst die Sünden. Der Priester ist nur der Mittler. Todsünden benötigen eine sakramentale Vergebung (Taufe, Beichte, unter bestimmten Bedingungen: Krankensalbung), lässliche Sünden können auch durch gute Werke, durch ein Reuegebet, durch einen Akt der Sühne oder durch den Empfang jedes anderen Sakraments vergeben werden. Voraussetzung für die Vergebung ist die Reue des Sünders und damit die Umkehr von seinem bisherigen Tun.

Durch das Fasten des Leibes hält Gott die Sünde nieder, erhebt den Geist des Menschen, gibt die Kraft und den Sieg über die Sünde.[4] Die Fastenzeit eignet sich hervorragend zur Gewissenserforschung.

Päpstliche Schreiben

Johannes Paul II.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Nr. 16.
  2. Enzyklika Veritatis splendor, über einige grundlegende Fragen der kirchlichen Morallehre vom 6. August 1993, Nr. 79-83.
  3. Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini über das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche vom 30. September 2010, Nr. 26.
  4. Präfation für die Fastenzeit: "Durch das Fasten des Leibes hältst du die Sünde nieder, erhebst du den Geist, gibst uns die Kraft und den Sieg durch unseren Herrn Jesus Christus." Benediktiner der Erzabtei Beuron (Hrsg.): Schott-Messbuch. Originaltexte der authentischen deutschen Ausgabe des Meßbuchs und des Meßlektionars. Verlag Herder, Freiburg (ordentliche Form des Römischen Ritus): Schott-Messbuch für die Wochentage Teil 1: Advent bis 13. Woche im Jahreskreis 2003, S. 1356.
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