Roger Etchegaray

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Roger Marie Élie Etchegaray (Dr. iur., Liz. theol.; *25. September 1922 in Espelette, Frankreich; † 4. September 2019) war Vizedekan des Kardinalskollegiums und französischer Kurienkardinal.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Roger Etchegaray wurde als Sohn eines Landmaschinenmechanikers im Baskenland geboren. Er besuchte die Päpstliche Gregorianische Universität in Rom, erwarb das Lizentiat in Theologie und promovierte im Kirchenrecht. Er empfing am 13. Juli 1947 durch Bischof Jean Saint-Pierre die Priesterweihe und wurde in die Diözese Bayonne inkardiniert. 1961 begann er in der französischen Bischofskonferenz zu arbeiten, von 1966 bis 1970 war er deren Generalsekretär.[1]

Bischof

Am 29. März 1969 wurde Roger Etchegaray von Papst Paul VI. zum Weihbischof der Erzdiözese Paris und Titularbischof von Gemellae in Numidian ernannt. Am folgendem 27. Mai empfing er die Bischofsweihe durch den Hauptkonsekrator Erzbischof Gabriel Auguste François Marty und den Nebenkonsekratoren Paul Joseph Marie Gouyon und Wladyslaw Rubin. Ab 22. Dezember 1970 bis 1985 leitete er die Erzdiözese Marseille. In den 1970er Jahren war er erster Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Von 1975-81 war er Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz (CEF). Am 30. Juni 1979 nahm ihn Papst Johannes Paul II. in das Kardinalskollegium mit der Titelkirche "San Leone I" auf. Im April 1984 wurde er Präsident des Päpstlichen Rates „Cor Unum“ (bis 1995) und des Päpstlichen Rates „Justitia et Pax“ (bis 1998). Im April 1985 endete sein Amt als Erzbischof von Marseille und konnte seine Tätigkeit an der Römischen Kurie zur Gänze wahrnehmen. Zum Kardinalbischof wurde er am 24. Juni mit der Titelkirche "Porto-Santa Rufina" erhoben. Ab 1994 leitete er die Organisation zum Heiligen Jahr 2000. Am 30. April 2005 genehmigte Benedikt XVI. seine Wahl zum stellvertretenden Dekan des Kardinalskollegiums, dessen Dienst er am 10. Juni 2017 beendete. Er galt selbst viele Jahre lang als papabile (möglicher Papst). Im Januar 2017 verließ er den Vatikan, um in seine Heimatdiözese Bayonne zurückzukehren. Bis zuletzt lebte er im Altenheim von Cambo-les-Bains. Er starb am 4. September 2019. Das Requiem wurde am 9. September in der Kathedrale von Sainte-Marie de Bayonne gefeiert.

Unermüdlicher Friedensbote

Kardinal Etchegaray wurde von den Päpsten wiederholt mit heiklen Missionen in Krisengebieten betraut. Johannes Paul II. entsandte ihn etwa 2003 kurz vor Ausbruch des Irak-Kriegs nach Bagdad, um Saddam Hussein zu einem Einlenken zu bewegen. Zuletzt schickte ihn Benedikt XVI. im August 2006 während des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz zur Vermittlung in den Libanon. 2014 erhielt er das Großkreuz der Französischen Ehrenlegion.[2]

Weblinks

Anmerkungen

  1. Kardinal Etchegaray im Alter von 96 Jahren verstorben CNA am 4. September 2019.
  2. Unterhändler der Päpste: Kardinal Etchegaray 96-jährig gestorben Kath.net am 5. September 2019
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