Regensburger Domspatzen

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Regensburger Domspatzen

Die Regensburger Domspatzen sind ein aus Knaben und jungen Männern bestehender Chor des Regensburger Doms, der auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken kann. Die Regensburger Domspatzen gehören zu den ältesten Knabenchören der Welt.

Geschichte

975 gründete Bischof Wolfgang von Regensburg eine Domschule zur Ausbildung für den Kleriker-Nachwuchs. Die musikalisch geschulten Knaben wurden zur Gestaltung der Liturgie herangezogen. Eine Stiftung des Domkapitels aus dem 16. Jahrhundert, die Dompräbende, diente der Einrichtung und dem Unterhalt eines Internats für die Domschüler.

Nachdem das Fürstentum Regensburg 1810 zum Königreich Bayern kam, teilten sich ab 1819 der Staat Bayern und die bisherigen Verantwortlichen aus Domkapitel und Bischof die Finanzierung der Domschule.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts unternahm der Regensburger Domchor unter Franz Xaver Engelhardt seine erste Konzertreise, die nach Prag führte. In diese Zeit fällt auch die Entstehung des Namens „Domspatzen“. Im Jahre 1934 konnte vom Domkapitel ein Anwesen in der Regensburger Orleanstraße erworben werden, das ein Jahr später von der Dompräbende bezogen wurde. Vor allem durch die Tätigkeit von Theobald Schrems, Domkapellmeister von 1924 bis 1963, wurde der Chor weltberühmt.

Georg Ratzinger, Domkapellmeister von 1964 bis 1994, führte die erfolgreiche musikalische Arbeit weiter. Seit 1994 leitet Domkapellmeister Roland Büchner den Chor. Büchner baute die Aufführungen großer Chorwerke weiter aus; dazu gehörten Händels Messias, Haydns Schöpfung oder Bachs Matthäus- und Johannespassion. Die Domspatzen führten unter seiner Leitung zahlreiche Auslandstourneen u. a. nach Japan, Kuwait, Südafrika, Philippinen, Frankreich, Portugal, Schottland, Italien, Ungarn, Vatikan, Österreich, Schweiz, Belgien oder in die Slowakei durch.

Die Regensburger Domspatzen sind heute ein Zusammenschluss des Regensburger Domchors und der Regensburger Sängerschule. Diese Organisationsstruktur wurde von Theobald Schrems nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen. Die Regensburger Domspatzen werden an einer eigenen sprachlichen und humanistischen Schule, dem Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen], unterrichtet. Die von Frau Dr. Monika von Hassel ins Leben gerufene Kai-Uwe von Hassel-Stiftung zeichnet Abiturienten des Musikgymnasiums der Regensburger Domspatzen aus, die sich durch überdurchschnittliche und besondere Leistungen während ihrer Domspatzenzeit ausgezeichnet haben.

Die Regensburger Domkapellmeister seit dem 17. Jahrhundert

  • 1662–1674: Laurentius Halmher
  • 1674–1679: Georg Faber
  • 1679–1691: Johann Georg Reichwein
  • 1691–1702: Simon Erzmann
  • 1702–1715: Anton Joseph Havek
  • 1715–1729: Joseph Zink
  • 1729–1738: Johann Wolfgang Söltl
  • 1738–1769: Johann Josef Michl
  • 1769–1801: Fortunatus Cavallo
  • 1801–1834: Wenzeslaus Cavallo
  • 1834–1839: Johann Evangelist Deischer
  • 1839–1871: Joseph Schrems
  • 1871–1882: Franz Xaver Haberl
  • 1882–1882: Michael Haller
  • 1882–1885: Ignaz Mitterer
  • 1885–1891: Max Rauscher
  • 1891–1924: Franz Xaver Engelhardt
  • 1924–1963: Theobald Schrems
  • 1964–1994: Georg Ratzinger
  • seit 1994 Roland Büchner

Weblinks

Meine Werkzeuge