Präludium

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Das Präludium, auch Praeambulum (lat.) praeludium, (frz.) Prélude, (ital.) Preludio = Vorspiel, ist ein Musikwerk für Instrumente mit eröffnendem oder einleitenden Charakter, zumeist für Orgel oder Klavier.

In der Renaissance war das Präludium ein auf ein Kirchenlied hinführendes oder einen Gottesdienst eröffnendes Werk für Orgel. Hier diente es besonders der Tonartenangabe.[1][2] Im Barock wurde es gemeinsam mit der Fuge ein eigenständiges Werk, z.B. bei Dieterich Buxtehude oder Johann Sebastian Bach.

Die Overture, das einleitende Musikstück einer Oper, Operette oder anderen musikalischen Bühnenwerken, kann auch Präludium genannt werden. Im 19. Jahrhundert (Frédéric Chopin) entwickelte sich das Prélude für Tasteninstrumente (Clavier) zu einem eigenen Charakterstück. Max Reger greift die Form kompositorisch jedoch in größerem Umfang für die Orgel auf. Bei Franz Liszt und Claude Debussy hat das Prélude als Orchesterwerk seine ursprüngliche Bedeutung als Vorspiel verloren.

Mit der Rückbesinnung zu barocken Formen tritt das Präludium im 20. Jahrhundert wieder in den ehemaligen funktionalen Zusammenhang.

Literatur

  • Klaus Beckmann: Repertorium Orgelmusik. Komponisten - Werke - Editionen, 1150–2000, 57 Länder. Band 1 Orgel solo, Band 2 Orgel + Instr., Schott, Mainz 2001.
  • Hans Hering: Präludium, in Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Bärenreiter Verlag Kassel 1999, S. 1539-1543.

Anmerkungen

  1. Handschrift Ihleborgh praeludia diversa notarum (1448)
  2. Andrea Gabrieli, Intonazioni d'organo (1531)
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