Historische Bistümer in Deutschland

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Diese Liste enthält ehemalige Bistümer, deren Territorium ganz oder teilweise in Deutschland lag.

Historische Bistümer Notizen Link
Bistum Aachen Napoleon formte 1802 aus dem linksrheinischen Teil des Erzbistums Köln sowie aus Teilen des Bistums Lüttich und kleineren Teilen der Bistümer Utrecht, Roermond und Mainz das Bistum Aachen, das 1808 um das Gebiet um Wesel erweitert wurde. Bischof wurde Marc-Antoine Berdolet, der 1809 starb. Sein Nachfolger Jean-Denis-François Camus wurde von Papst Pius VII. nicht anerkannt. Der Papst löste das Bistum mit der Bulle De salute animarum am 16. Juli 1821 de jure wieder auf und gliederte es in das Erzbistum Köln ein. Es erlosch endgültig mit der letzten Sitzung des Domkapitels am 24./25. März 1825.

Das heutige Bistum Aachen wurde am 13. August 1930 errichtet.

Bistum Brandenburg Es wurde wahrscheinlich 948 von König Otto gegründet und gehörte zunächst zu Mainz, ab 968 zum Erzbistum Magdeburg. Durch den Slawenaufstand 983 geriet es in große Schwierigkeiten, bestand formal jedoch weiter, bis es Anfang des 12. Jahrhunderts wieder erstarkte. Es erstreckte sich hauptsächlich auf die Mittelmark der Mark Brandenburg. 1560 (formal 1598) ging es infolge der Reformation unter.
Bistum Bremen Im Jahr 787 wurde das Bistum Bremen gegründet und hatte bis zu seiner Säkularisierung 1646 Bestand. Die katholischen Bewohner wurden dem Apostolischen Vikariat des Nordens unterstellt. 1824 kam es zu einer neuerlichen Einteilung. Das Gebiet des ehemaligen Bistums Bremen wurde dem Bistum Hildesheim und die Stadtgebiete von Bremen südlich der Lesum dem Bistum Osnabrück unterstellt. [1]
Bistum Büraburg Es wurde 742 von Bonifatius gegründet, der auf der Büraburg in der Nähe von Fritzlar die Operationsbasis für seine Missionstätigkeit hatte. Bereits 755 wurde es aufgelöst und dem Bistum Mainz eingegliedert.
Bistum Cammin Das Bistum Cammin bestand vom 12. bis zum 17. Jahrhundert und umfasste das Territorium Pommerns. Als erster Bischof wurde der Kapellan Adalbert 1140 in Rom durch Papst Innozenz II. geweiht. Bischofssitz war Wollin. Weil sowohl das Erzbistum Magdeburg als auch das Erzbistum Gnesen es für ihre Kirchenprovinz beanspruchten, unterstellte Papst Innozenz II. es unmittelbar dem Heiligen Stuhl. 1170 war vorübergehend das Prämonstratenserstift Grobe auf Usedom Bischofssitz, ab 1175 Cammin. 1545 setzte sich die Reformation durch, und bis 1650 amtierten evangelische Bischöfe; 1650, nach dem Westfälischen Frieden, verzichtete Herzog Ernst Bogislaw von Croy zugunsten des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg auf seine Rechte als Landesherr und Bischof am Hochstift.

Als 1972 im Warschauer Vertrag die östlich der Elbe gelegenen Gebiete des Bistum Berlin von der Bundesrepublik Deutschland als polnisches Staatsgebiet anerkannt wurden, errichtete Papst Paul VI. mit der Apostolischen Konstitution Episcoporum Poloniae coetu die Bistümer Köslin-Kolberg (Koszalin-Kołobrzeg) und Stettin-Cammin. Stettin-Cammin wurde 1992 Erzbistum (lateinisch Archidioecesis Sedinensis-Caminensis, polnisch Archidiecezja szczecińsko-kamieńska); Kathedrale ist die Jakobskathedrale in Stettin, der Kamminer Dom in Kamień Pomorski (Cammin) ist Konkathedrale.

Bistum Chiemsee Das Gebiet dieses Bistums wurde zwischen der Mutterdiözese Salzburg und Bayern aufgeteilt. Der bayerische Teil wurde dem Erzbistum München und Freising unterstellt.Papst Benedikt XVI. erhob das "Bistum Chiemsee" 2009 zum Titularbistum. das einzige seiner Art in Deutschland. [2]
Bistum Corvey Die im 9. Jahrhundert entstandene reichsunmittelbare Benediktinerabtei Corvey an der Weser bei Höxter wurde 1792 auf Bitten der Mönche von Papst Pius VI. aufgehoben und in ein Fürstbistum umgewandelt, das 10 Pfarreien umfasste. Es wurde in der Säkularisation jedoch bereits 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss aufgehoben.
Bistum Halberstadt Das zur Kirchenprovinz Mainz gehörende Bistum bestand von 804 bis 1648. In genannten Jahr wurde das Bistum Halberstadt säkularisiert und als Fürstentum Halberstadt mit dem Kurfürstentum Brandenburg vereinigt. Die dort wohnenden Katholiken wurden 120 Jahre später - 1669 - dem Apostolischen Vikariat des Nordens unterstellt. [3]
Bistum Havelberg Das Bistum, gegründet von König Otto I., bestand seit 948, Bischofskirche war der Dom in Havelberg, an der Mündung der Havel in die Elbe. In den 1540er-Jahren wurde es protestantisch und 1571 säkularisiert.
Bistum Konstanz Das Bistum, dessen Geschichte bis 585 zurückreicht, wurde am 16. August 1821 aufgelöst. Das Bistumsgebiet wurde aufgegliedert in die deutschen Bistümer Freiburg und Rottenburg; die in der Schweiz liegenden Gebiete erhielten nach einer Zwischenphase die schweizerischen Bistümer Basel und Chur und St. Gallen. [4]
Bistum Lebus Das Bistum in Lebus an der Oder entstand 1125 und war Suffraganbistum von Gnesen. Das Bistumsgebiet lag an beioden Seiten der Oder. Kathedralkirche war bis 1373 der Dom in Lebus, von 1373 bis 1598 der Mariendom in Fürstenwalde an der Spree. Nach Einführung der Reformation wurde das Bistum im 16. Jahrhundert aufgelöst.
Bistum Lübeck Herzog Heinrich der Löwe verlegte 1160 oder 1163 den Bischofssitz des Bistums Oldenburg in Holstein nach Lübeck. Ab 1531 setzte sich die Reformation durch, und Lübeck bestand als protestantisches Fürstbistum bis zur Säkularisation 1803.
Erzbistum Magdeburg Das Erzbistum Magdeburg bestand von 968 bis 1680. Es entstand auf Initiative von Kaiser Otto I. Ihm unterstanden die Suffraganbistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen, Merseburg und Zeitz, die Kathedrale war der Magdeburger Dom. Mit der Reformation wurden die meisten Bewohner des Erzbistums und die Bischöfe protestantisch; nur von 1631 bis 1638 hatte Magdeburg mit Leopold Wilhelm von Österreich noch einmal einen katholischen Erzbischof. Mit Wirkung ab 1680 wurde im Westfälischen Frieden von 1648 das Territorium des Erzstifts Magdeburg dem Kurfürstentum Brandenburg zugesprochen.

1994 wurde das Bistum Magdeburg gegründet, das sich in der Tradition des untergegangenen Erbistums sieht. Die Bischofskirche ist die Sankt-Sebastian-Kirche in Magdeburg. Der Magdeburger Dom ist evangelische Pfarrkirche und Predigtkirche des Landesbischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Bistum Mecklenburg Das Bistum Mecklenburg entstand 1060 durch Ausgliederung aus dem Bistum Oldenburg in Holstein, war aber nach blutigen Aufständen schon ab 1066 vakant. Welfenherzog Heinrich der Löwe setzte 1158 den Zisterzienser-Mönch Berno aus dem Kloster Amelungsborn zum Bischof von Mecklenburg ein. 1160 wurde der Bischofssitz von Mecklenburg nach Schwerin verlegt und das Bistum in "Bistum Schwerin" umbenannt.
Bistum Meißen Das Bistum Meißen wurde 968 auf Vorschlag von Kaiser Otto I. gegründet und in der Reformationszeit 1539 aufgelöst.

1921 wurde das Bistum von Papst Benedikt XV. mit Sitz in Bautzen wiedererrichtet. Am 15. November 1979 wurde die Bezeichnung in Bistum Dresden-Meißen geändert, und Bischof Gerhard Schaffran verlegte am 25. März 1980 den Bischofssitz nach Dresden.

Bistum Merseburg Es entstand 968 aufgrund eines Gelübdes von König Otto I., nachdem er in der Schlacht auf dem Lechfeld die Ungarn endgültig geschlagen hatte, und bestand bis 981, als Bischof Giselher Bischof von Magdeburg wurde. Kaiser Heinrich II. begündete es 1004 wieder. Nach dem Tod des letzten katholischen Bischofs im Jahr 1561 setzte sich die Reformation durch, und das Territorium kam 1565 an Kursachsen.
Bistum Minden Dieses Bistum, um 800 durch Kaiser Karl den Großen gegründet, ging infolge der Reformation unter. Seit 1530 standen die meisten Bischöfe dem Luthertum nahe; lediglich mit dem Osnabrücker Oberhirten Franz Wilhelm von Wartenberg hatte es ab 1630 bis 1634 noch einmal einen katholischen Bischof. 1648, nach dem Westfälischen Frieden, erlosch das Bistum. [5]
Bistum Naumburg Das Bistum Naumburg war Nachfolgebistum des Bistums Zeitz. Der Sitz des Bischofs war von 968-1029 Zeitz mit dem Zeitzer Dom, und erst 1029 kam der Sitz nach Naumburg. Nach längeren Abstand von der Reformation wurde 1615 dieses Bistum aufgelöst. [6]
Bistum Oldenburg Vom Bistum Hamburg aus wurde das Bistum Oldenburg im Auftrag von Kaiser Otto I. wahrscheinlich im Jahre 972 gegründet, um die Christianisierung im heutigen Ostholstein und in Mecklenburg zu befördern. Es wurde 1160 (nach neueren Forschungen vielleicht erst 1163) auf Veranlassung Heinrichs des Löwen nach Lübeck verlegt.
Bistum Pomesanien Aufgrund des Zerwürfnisses zwischen dem Deutschen Orden und Bischof Christian von Oliva wurden 1243 in dem Ordensstaat in Ostpreußen vier Bistümer errichtet: neben den Bistümern Samland, Ermland und Kulm (1992 in Pelplin umbenannt) auch das Bistum Pomesanien. Sitz des Bischofs, dessen weltliches Herrschaftsgebiet etwa ein Drittel der Diözese umfasste, war Riesenburg. Mit Einführung der Reformation 1525 trat auch der Bischof von Pomesanien zum Luthertum über, verzichtete auf die weltliche Herrschaft und unterstellte die preußischen Gebiete Pomesaniens dem neu entstandenen Herzogtum Preußen. 1587 wurde die Diözese durch den Administrator in Preußen, Markgraf Georg Friedrich, eingezogen. Die der polnischen Krone unterstehenden, katholisch gebliebenen Teile des Bistums fielen an das Bistum Kulm und kamen 1821 an das Bistum Ermland.
Bistum Ratzeburg Das Bistum Ratzeburg entstand - wie das Bistum Mecklenburg - 1060 durch Ausgliederung aus dem Bistum Oldenburg in Holstein, war aber nach blutigen Aufständen schon ab 1066 vakant. Welfenherzog Heinrich der Löwe setzte 1154 wieder einen Bischof in Ratzeburg, Evermod, ein. Ab 1170 wurde der Ratzeburger Dom gebaut. Das Bistum umfasste den äußersten Westen Mecklenburgs und das Herzogtum Lauenburg und bestand bis 1554, als der letzte katholische Bischof, Christoph von der Schulenburg, zurücktrat. Als Hochstift bestand es bis zum Westfälischen Frieden 1648, durch den es zum Fürstentum Ratzeburg wurde.
Bistum Samland Das Bistum Samland entstand 1243 im Ordensstaat in Ostpreußen; durch Teilung zwischen dem Bisdchof und dem Deutschen Orden wurde 1257 das Fürstbistum Samland gegründet, das 1525 mit dem Übergang der Landeshoheit an das Herzogtum Preußen aufgelöst wurde. Der Sitz des Fürstbischofs war Fischhausen.
Bistum Schleswig Gegründet wurde das Bistum 948 als Suffraganbistum von Hamburg. Ab 1103 unterstand es dem neu gegründeten Erzbistum Lund. Bischofssitz war zunächst Haithabu (sächsisch: Sliaswig), nach dessen Zerstörung wurde er ins heutige Schleswig verlegt. Mit der Einführung der Reformation in den Herzogtümern Schleswig und Holstein wurde das Bistum Schleswig nach dem Tod des letzten katholischen Bischofs Gottschalk von Ahlefeldt 1542 evangelisch-lutherisch. 1624 wurde es aufgelöst.
Bistum Schwerin 1160 wurde der Bischofssitz des Bistums Mecklenburg nach Schwerin verlegt und das Bistum in "Bistum Schwerin" umbenannt. Die Reformation wurde in Mecklenburg ab 1533 eingeführt und in Folge bis 1557 im Hochstift der katholische Kultus beseitigt. Durch den Westfälischen Frieden wurde 1648 das Hochstift in ein weltliches Fürstentum umgewandelt.
Bistum Verden Das Bistum wurde um 850 gegründet. Die Reformation wurde ab 1558 wirksam, sechs Fürstbischöfe waren seitdem lutherisch. Von 1630 bis 1634 hatte das Bistum mit Franz Wilhelm von Wartenberg - gleichzeitig Bischof von Minden und von 1625 bis 1661 Bischof von Osnabrück - noch einmal einen katholischen Bischof. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde es Schweden als Reichslehen zugesprochen.
Bistum Worms Das Bistum Worms, angeblich bereits 316 genannt, ist erst ab 614 nachweisbar. Durch die Reformation verkleinerte sich das Bistum auf 15 Pfarreien. Das linksrheinische Gebiet war von 1797 bis 1817 französisch. Bei der Auflösung des Bistums 1817 fielen die Gebiete den benachbarten Bistümern Speyer und Mainz zu. [7]
Bistum Zeitz Das Bistum Zeitz wurde 968 auf Vorschlag von Kaiser Otto I. gegründet und wie Meißen und Merseburg Suffraganbistum des Erzbistums Magdeburg. Kathedrale war der Zeitzer Dom. Wegen wiederholter Angriffe des polnischen Königs Mieszko II. Lambert auf die östlichen Gebiete des Heiligen Römischen Reiches wurde der Bischofssitz 1028 nach Naumburg verlegt.

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