Friedensgruß

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Der Friedensgruß ist eine Geste in der Heiligen Messe, bei welcher Friede, Gemeinschaft und Liebe gewünscht werden. Im römischem Ritus wird er nach dem Vater Unser und dem Friedensgebet, also einleitend zur Kommunionspendung, vollzogen.

Inhaltsverzeichnis

Erklärungen

Der Friedensgruß kann vom Priester mit der Formel: "Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch." zum Ausdruck gebracht werden. Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste."

Der Priester oder Diakon kann zum Friedensgruß auffordern: "Gebt einander ein Zeichen des Friedens." (Offerte vobis pacem.) Daraufhin geben sich die Gläubigen ein Zeichen, so wie es ihrer lokalen Sitte entspricht, gemäß den Regelungen durch die zuständige Bischofskonferenz[1], in Mitteleuropa in der Regel in Form eines Handschlags. Man kann dazu sagen: "Der Friede des Herrn sei immer mit dir." (Pax Domini sit semper tecum.), worauf mit "Amen." geantwortet wird, oder "Der Friede sei mit dir." (Pax tecum.) mit der Antwort "Und auch mit dir." (Et cum spiritu tuo.) Es ist angebracht, "dass jeder in schlichter Weise nur seinen Nachbarn den Friedensgruß gibt".

Priester und ihre Konzelebranten wünschen einander Frieden mit einer rituellen Umarmung. In Asien ist vielerorts nur eine Verneigung üblich. "Der Priester kann den Friedensgruß den Dienern geben, bleibt aber immer innerhalb des Presbyteriums, um die Feier nicht zu stören. Dies soll er auch beachten, wenn er aus einem gerechten Grund einigen wenigen Gläubigen den Friedensgruß entbieten will."

Es schließt sich der Gesang des Agnus Dei an, der ebenfalls in der Bitte "Gib uns deinen Frieden." (Dona nobis pacem.) gipfelt. Zusätzliche Friedensgesänge sind nicht vorgesehen. Den Gestus sollte man nicht - etwa bei Hochzeiten oder Totenmessen - zu Glückwünschen oder Beileidsbekundungen ausweiten. Im Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Sacramentum caritatis vom 22. Februar 2007 schrieb Papst Benedikt XVI., es sei zweckmäßig, "diese Geste, die übertriebene Formen annehmen und ausgerechnet unmittelbar vor der sakramentalen Kommunion Verwirrung stiften kann, in Grenzen zu halten". Der "große Wert der Geste" werde mitnichten geschmälert durch die Nüchternheit, die notwendig sei, um ein der Feier angemessenes Klima zu wahren.

Bei dem in Mailand praktizierten alten Ambrosianischen Ritus hat der Friedensgruß seinen Platz beim Gabengang.

Klärungsbedarf des Apostolischen Stuhles über den Sinn des Friedensgrußes

Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung erklärt im Schreiben Redemptionis sacramentum, Nr. 71, dass der Friedensgruß "nicht den Charakter der Versöhnung und der Sündenvergebung" habe, und gibt die Begründung, dass "der Bußakt, der am Beginn der Messe zu vollziehen ist, besonders in seiner ersten Form, den Charakter der brüderlichen Versöhnung" hat. Papst Benedikt XVI. schreibt jedoch in dem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Sacramentum caritatis zum Friedensgruß im Jahr 2007, Nr. 49: "Die Kirche macht sich zur Wortführerin dieser Bitte um Frieden und Versöhnung, die aus dem Innern jedes Menschen guten Willens aufsteigt, und richtet sie an den, der 'unser Friede' ist (Eph 2,14 EU) und der auch Völker und Einzelpersonen miteinander versöhnen kann, wo menschliche Versuche scheitern."

Päpstliche Schreiben

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Franziskus

Weblinks

Anmerkungen

  1. Die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch weist die Bestimmung der "Form des Friedensgrußes", entsprechend der Eigenart und den Bräuchen der Völker, den Bischofskonferenzen zu (2. Auflage: Nr. 56 b; 3. Auflage Nr. 82+154+390), ebenso die Instruktion Redemptionis sacramentum, Nr. 72.
  2. Vatikan: Friedensgruß der Messe soll nüchterner gehalten werden Kath.net am 1. August 2014
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