Edmund Campion

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Edmund Campion
Kupferstich von Johann Martin Lerch (1643–1693)

Edmund Campion SJ (* 25. Januar 1540 in London1. Dezember 1581 in Tyborn, heute ein Teil des Stadtbezirks West End in London) war ein englischer Jesuit, Priester und Märtyrer. Er wurde am 25. Oktober 1970 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 1. Dezember.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Der heilige Edmund Campion war Stipendiat am St. John’s College in Oxford, wo er sich durch seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen bald einen Namen machte. 1569 erhielt er die Ernennung zum Diakon der anglikanischen Kirche von England. Er legte zwar den Suprematseid ab, blieb aber in seinem Denken und Fühlen katholisch. 1570 kam er auf Einladung Richard Stanihursts nach Irland. Es ist unklar, ob er bereits zu diesem Zeitpunkt innerlich konvertiert war, oder ob die Konversion erst in Irland stattfand. Mehrere Widersacher setzten ihm so sehr zu, dass er nach Flandern floh, wo er im "Englischen Kolleg von Douai" Theologie studierte.

1573 trat Edmund Campion in Rom dem Jesuitenorden bei. Das Noviziat absolvierte er in Brünn, anschließend wirkte er als Rhetoriklehrer an der Jesuitenschule im böhmischen Prag, wo er im Jahre 1578 das Sakrament der Priesterweihe empfing. Kurze Zeit später erhielt er gemeinsam mit Robert Persons den Auftrag, in England eine Mission der Jesuiten aufzubauen. Beide reisten verkleidet nach England und wirkten dort ab 1580 im Untergrund. Edmund Campion wirkte als Autor für den katholischen Glauben und reiste durch weite Teile Englands, dazu gehörten auch Gefangenenbesuche bei inhaftierten Katholiken, denen er die hl. Sakramente spendete. Durch seine Tätigkeit gewannen die Katholiken in der Verfolgung neuen Mut. Am 27. Juli 1581 wurde er verhaftet und im Tower von London inhaftiert. Edmund Campion durfte sich der besonderen Gunst Queen Elisabeth I. erfreuen, die ihm nahelegte, zur anglikanischen Kirche zurückzukehren und damit dem Tod zu entrinnen. Vier Monate bot man ihm Schonung an, um dem katholischen Glauben abzuschwören, doch Campion blieb trotz Folterung standhaft. Am 1. Dezember 1581 wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung hingerichtet.[1]

Werke

Campion verfasste Schriften über Theologie in lateinischer Sprache, die heute nur noch wenig bekannt sind. Sein bedeutendstes Werk ist das 1571 in englischer Sprache geschriebene Two bokes of the histories of Ireland. Es wurde posthum 1633 in James Wares Ancient Irish Histories gedruckt. Das erste Buch behandelt die Geschichte der Iren bis auf die Eroberung durch die Normannen unter Richard de Clare, II. Earl of Pembroke, das zweite Buch die Ereignisse nach der normannischen Eroberung. Da Edmund Campion kein Irisch sprach, konnte er die irischen Chroniken und das im 9. Jahrhundert entstandene Lebor Gabála Érenn, "Das Buch von den Einnahmen Irlands" und "Das Buch der Landnahmen Irlands", nur indirekt nutzen.[2]. Campion rechtfertigt in diesem Werk die englische Herrschaft über Irland. Er stellt einen Bezug zu früher Unterwerfung Irlands durch England, zum Beispiel durch Tributzahlungen irischer Könige an König Arthus und das Angebot der milesischen Könige Éber und Éremón zur Unterwerfung unter den englischen König Gurguntius her. Die gälische Sprache hielt Campion der spanischen für nahe verwandt. Ein weiteres Werk, entstanden 1580, ist das Decem Rationes, die "Verteidigung des katholischen Glaubens gegen den anglikanischen".

Verehrung

Lobrede auf Edmund Campion

Edmund Campion wurde am 9. Dezember 1886 von Papst Leo XIII. selig gesprochen und zusammen mit 39 weiteren katholischen Märtyrern des 16. und 17. Jahrhunderts von Papst Paul VI. am 25. Oktober 1970 heiliggesprochen. Sein Festtag wird am 1. Dezember, dem Tag seines Martyriums, gefeiert.[3] Das Gewand, das er bei seiner Hinrichtung trug, wird in einer Vitrine in Stonyhurst College Lancashire aufbewahrt und in jedem Jahr am Festtag des Heiligen, der zugleich ein Feiertag für die Schule ist, während der Messe zu Ehren des Heiligen auf dem Altar der St.- Peters-Church aufgelegt.

Nach Edmund Campion benannte Schulen:

  • St. Edmund's Catholic Academy, Wolverhampton, England
  • St. Edmund Campion Catholic School, Erdington, Birmingham, England
  • St. Edmund Campion Catholic Primary School, Maidenhead, Berkshire, England
  • St. Edmund Campion RC Primary School, West Bridgford, Nottingham, England
  • St. Edmund Campion Secondary School, Brampton, Ontario, Kanada
  • Campion Anglo-Indian Higher Secondary School, Tiruchirappalli, Tamil Nadu, Indien
  • Campion College, Sydney, Australien
  • Campion College, Gisborne, Neuseeland
  • Campion College, Jamaica
  • Campion College, Regina, Saskatchewan, Kanada
  • Campion School, Hornchurch, England
  • Campion School, Mumbai, Indien
  • Campion School, Bhopal, Indien
  • Campion School, Kochi, Indien
  • Campion School, Athens, Griechenland
  • Campion Hall, Oxford, England

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Karlheinz Riedel, Sieger im Tod, Freiburg 1952.
  2. Bianca Ross, Britannia et Hibernia, nationale und kulturelle Identitäten im Irland des 17. Jahrhunderts. Heidelberg, 1998, S. 331.
  3. "Saint Edmund Campion". Saints.SQPN.com. 13 August 2010. Web. Retrieved 31 January 2013.
  4. Biografie in der DNB
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