Dikasterium für Kommunikation

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Dikasterium für die Kommunikation, früher Sekretariat für die Kommunikation oder Mediensekretariat, ist eine Behörde des Heiligen Stuhls, die die Aufgabe hat, durch einen Umstrukturierungs- und Integrationsprozess alle Einrichtungen, »die sich bisher in irgendeiner Weise mit dem Mediensektor befasst haben«, neu zu ordnen, um »den Erfordernissen der Sendung der Kirche« immer besser gerecht zu werden. Auf diese Weise soll das Kommunikationssystem des Heiligen Stuhls vollkommen neu überdacht werden.[1] Andrea Tornielli koordiniert seit 18. Dezember 2018 die Einheiten des päpstlichen Mediendikasteriums. Diese Position des editorialen Direktors war seit der Schaffung des päpstlichen Mediendikasteriums im Zug der Kurienreform vorher vakant.[2]

Mit dieser Umstrukturierung wird das Dikasterium zum einzigen Bezugspunkt für den Apostolischen Stuhl in Fragen der Kommunikation. Die von diesem Prozess betroffenen Einrichtungen sind: die Vatikanische Druckerei, die Zeitung »L’Osservatore Romano«, die vatikanische Verlagsbuchhandlung, Radio Vatikan, das Presseamt des Heiligen Stuhls, der Päpstlicher Rat für die sozialen Kommunikationsmittel, das Vatikanisches Fernsehzentrum, dasVatikanische Internet-Büro (www.vatican.va; Twitterdienst des Papstes @pontifex) und der Fotoservice des Osservatore Romano. Die aufgelisteten Einrichtungen, deren Zusammenlegung innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums erfolgen wird, arbeiten in der Zwischenzeit wie bisher weiter, wobei sie mit sofortiger Wirkung den vom Sekretariat für die Kommunikation vorgegebenen Anweisungen unterliegen.

Das Sekretariat nahm seinen Dienst am 29. Juni 2015 auf. Sitz der Behörde ist das Gebäude von Radio Vatikan an der Piazza Pia 3. Es heißt ab 24. Juni 2018 „Dikasterium für Kommunikation“, dessen Namensänderung Papst Franziskus im Februar 2018 entschieden hat.[3]

Inhaltsverzeichnis

Notwendigkeit, Ankündigung und Errichtung

Der Privatsekretär Papst Johannes Pauls II., Kardinal Stanislaw Dziwisz, sprach im Zusammenhang mit der Entlarvung des pädophilen Ordensgründers Marcial Maciel Degollado von "schweren Kommunikationsmängeln in der römischen Kurie"; der Fall sei nur ein Beispiel für eine "immer noch extrem bürokratische Struktur". "Johannes Paul II. habe eine Kurienreform versucht", so Kath.net, "aber damit keinen Erfolg gehabt." Mitverantwortlich machte Kardinal Dziwisz "Widerstände im vatikanischen Apparat".[4]

Papst Franziskus gründete im April 2015 eine Kommission für die Vatikanmedien (OR 19. Juni 2015). Die vatikanischen Medieneinrichtungen sollten nach dem Kardinalsrat vom 9. Juni 2015 in neun Einrichtungen zusammengefasst werden. Nach einem Motu proprio Der aktuelle Kommunikationskontext, das am 27. Juni 2015 veröffentlicht wurde, wurde das "Sekretariat für die Kommunikation" errichtet. Die die einzelnen Einrichtungen arbeiten weiter wie bisher, sind aber in Zukunft an die Weisungen des Sekretariats gebunden.

Das vatikanische Sekretariat für die Kommunikation hat seine offiziellen Statuten veröffentlicht. Damit kann die Einrichtung ihre geregelte Arbeit aufnehmen. Die sechs Seiten umfassenden Bestimmungen treten am 1. Oktober 2016 in Kraft.[5]

Fünf Abteilungen

Unter den fünf Abteilungen kümmert sich die „technische Stelle“ für die Wartung der Infrastruktur und ihrer Weiterentwicklung. Eine „verlegerische Abteilung“ hat außer dem Verlagsgeschäft auch die „strategische Entwicklung neuer Kommunikationsformen“ zur Aufgabe. Zugleich soll sie eine „wirksame Integration der traditionellen Medien in die digitale Welt“ vorantreiben, wie es weiter heißt. Eine „Pastoraltheologische Abteilung“ soll theologische Konzepte von Kommunikation erarbeiten. Einer "Abteilung für allgemeine Angelegenheiten" obliegt die Personalführung, Verwaltung und interne Kontrolle.[6]

Ein multimediales Archiv für Text, Bild, Audio und Video wird angelegt. Es ist der Chefredaktion dieses Dikasteriums angegliedert. Ziel ist es, Synergien innerhalb der vatikanischen Medienarbeit zu schaffen und den Arbeitsfluss der einzelnen Redaktionen zu verbessern. Leiter der neuen Einheit ist Pietro Cocco, der ehemalige Assistent des Programmdirektors von Radio Vatikan (OR 9. August 2009, S. 3).

Medien des Heiligen Stuhls

  • 16 Jahrhundert: Vatikanische Druckerei
  • 1. Juli 1861: Osservatore Romano
  • 1912: Annuario Pontificio
  • 1926: Libreria Editrice Vaticana
  • 12. Februar 1931: Radio Vatikan
  • 16. November 1959 Vatikanische Filmothek
  • 1983 Vatikanisches Fernsehzentrum(CTV)
  • 30. März 1997 Offizieller Start von www.vatican.va. Bereits seit Weihnachten 1995 stand ein begrenztes Angebot von Informationen im Netz. Mit der Osterbotschaft des Papstes 1997 begann die Präsenz des Vatikan in der virtuellen Welt. Ab jenem Tag wurden in sechs Sprachen alle Ansprachen des Kirchenoberhaupts, seine Verfügungen und Ernennungen online gestellt. Hinzukamen aktuelle Mitteilungen des Presseamtes sowie Material zur römischen Kurie und zu den Museen. Es war der Geburtstag des "Servizio Internet Vaticano", des Vatikanischen Internet-Dienstes. Pionier des vatikanischen Internet-Zeitalters und erster Webmaster war die US-amerikanische Ordensschwester und Computer-Spezialistin Judith Zoebelein.[7] Täglich hat es ca. 3 Millionen Zugriffe, an Festtagen noch mehr (Stand August 2010) 30 Mitarbeiter und mehr als einer halben Million Seiten im Jahre 2017; siehe auch: http://pope2you.net; www.clerus.org
  • 2008: Video Internetauftritt bei "Youtube" seit 5. Juni: [1] Dieser Kanal deckt die Informationsvermittlung der wichtigsten Aktivitäten des Heiligen Vaters und der bedeutendsten Ereignisse des Vatikans ab. Die Aktualisierung erfolgt täglich. Die Bilder werden vom vatikanischen Fernsehzentrum (CTV) produziert, die Texte stammen von Radio Vatikan (RV) und vom CTV. Die Videonews bieten einen Überblick über bedeutsame Stellungnahmen der katholischen Kirche zu wichtigen aktuellen Themen. Die Links ermöglichen einen Zugang zu den vollständigen Texten und offiziellen Dokumenten.
  • 20. März 2010: Internetseiten: Vatikanische und weltkircheliche Themen mit Informationsmaterial und einem multimedialen Angebot. Zudem werden sechs mehrsprachige Kanäle zu Veranstaltungen, Ereignisse und Meinungen. www.vatican.va/resources/index_ge.htm und twitter.com/news_va_de
  • 29. Juni 2011 geht das Medienportal www.news.va online. Es sollen die verschiedenen Informationsdienste des Vatikans (Presseamt, L’Osservatore Romano, Radio Vaticana, CTV, Agenzia Fides) zusammenfließen.[8]
  • 4. Dezember 2012 Twitter-Accout des Papstes (Benedikt XVI.); erste Botschaft am 12. Dezember (@pontifex_de; Fragen können an die Adresse #askpontifex gerichtet werden)[9]
  • Oktober 2013 Der ICANN-Verband hat dem Vatikan das alleinige Recht an der Domain „.catholic“ zugesprochen. [10]
  • 26. Mai 2014 Die Vatikan-Homepage vatican.va geht auf Arabisch Online, im Hinblick auf die Papstreise ins Heilige Land[11]
  • 27. Juni 2015 Die vatikanischen Medieneinrichtungen werden in neun Einrichtungen im Dikasterium für Kommunikation zusammengefasst.
  • 19. März 2016 Der Vatikan hat eine Adresse beim Online-Dienst Instagram. Auf dieser Plattform werden Fotos und Videos geteilt. Der Papst signiert sich als „Franciscus“.[12]

Dikasterienleiter

Die ersten Mitglieder im Juli 2016[14]

Kardinäle:

Monsignore

Laien

Weblinks

Anmerkungen

  1. Profil des Sekretariates auf der Vatikanseite; Vatikanmedien: Papst schafft neue Über-Behörde Radio Vatikan am 27. Juni 2015
  2. Papst besetzt vatikanische Chefredaktionen neu Vatican News am 18. Dezember 2018
  3. Vatikan: Mediensekretariat wird „Dikasterium“ Vatican News am 23 Juni 2018,
  4. kath.net news, 6. November 2013
  5. STATUTO DELLA SEGRETERIA PER LA COMUNICAZIONE (in italienischer Sprache).
  6. Vatikan veröffentlicht Statut für Mediensekretariat Radio Vatikan am 23. September 2016
  7. Virtueller Start mit drei Engeln Katholisch.de am 30. März 2017
  8. Kath.net-Meldung am 16. November 2010: Ankündigung einer neuen High-Definition-Technik des CTV und eines neuen Internetportals
    Kath.net-Meldung am 27. Juni 2011 news.va geht online
  9. Papstbotschaften kommen in Zukunft auch über Twitter Kath.net am 4. Dezember 2012
  10. Vatikan sichert sich Internetadresse Kath.net am 18. Oktober 2013
  11. Vatikan-Homepage geht Arabisch online Radio Vatikan am 27. Mai 2014
  12. Papst nun auch bei Online-Dienst Instagram Radio Vatikan am 16. März 2016
  13. Vatikansprecher tritt überraschend zurück Kath.net am 31. Dezember 2018
  14. Vatikan: Mitglieder des Sekretariats für die Kommunikation ernannt‬ Zenit am 13. Juli 2016
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